Am 13. April 2029 zieht der Asteroid Apophis in gut 31.000 Kilometern Höhe an der Erde vorbei, unterhalb der geostationären Satelliten und über Europa mit bloßem Auge sichtbar. Ein 340-Meter-Brocken zum Anfassen nah, das gibt es nur alle paar tausend Jahre.
Jetzt die Streitfrage: Sollte die Menschheit diese Gelegenheit nutzen und an Apophis eine Ablenkung proben, mit Impaktor oder Gravitationstraktor, einfach um es einmal unter Realbedingungen getan zu haben?
Das Lager dafür sagt: Eine Generalprobe am harmlosen Objekt ist billiger als ein Ernstfall ohne jede Übung. Das Lager dagegen sagt: Wer an einem Asteroiden herumschiebt, der uns sicher verfehlt hätte, und sich dabei verrechnet, hat hinterher womöglich ein Problem geschaffen, das vorher keines war. Es gibt sogar die Position, allein der Versuch wäre fahrlässig, weil jede Messkampagne ausreicht und Anfassen nichts lehrt, was Simulationen nicht auch können.
Wo steht ihr? Und traut ihr den Bahnberechnungen genug, um ein Experiment an einem echten erdnahen Objekt zu verantworten?
Hintergrund im Lexikon: https://www.buchknall.com/glossar/apophis/