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Apophis 2029: Sollten wir an ihm die Ablenkung proben?

SteffenVogt Papa von BuchKnall 25.07.2026, 10:50

Am 13. April 2029 zieht der Asteroid Apophis in gut 31.000 Kilometern Höhe an der Erde vorbei, unterhalb der geostationären Satelliten und über Europa mit bloßem Auge sichtbar. Ein 340-Meter-Brocken zum Anfassen nah, das gibt es nur alle paar tausend Jahre.

Jetzt die Streitfrage: Sollte die Menschheit diese Gelegenheit nutzen und an Apophis eine Ablenkung proben, mit Impaktor oder Gravitationstraktor, einfach um es einmal unter Realbedingungen getan zu haben?

Das Lager dafür sagt: Eine Generalprobe am harmlosen Objekt ist billiger als ein Ernstfall ohne jede Übung. Das Lager dagegen sagt: Wer an einem Asteroiden herumschiebt, der uns sicher verfehlt hätte, und sich dabei verrechnet, hat hinterher womöglich ein Problem geschaffen, das vorher keines war. Es gibt sogar die Position, allein der Versuch wäre fahrlässig, weil jede Messkampagne ausreicht und Anfassen nichts lehrt, was Simulationen nicht auch können.

Wo steht ihr? Und traut ihr den Bahnberechnungen genug, um ein Experiment an einem echten erdnahen Objekt zu verantworten?

Hintergrund im Lexikon: https://www.buchknall.com/glossar/apophis/

Reinhold 15.10.2026, 08:47

Die Frage stellt sich garnicht, weil wir bis zum Eintreffen von Apophis garnicht die Fähigkeiten haben, irgendetwas zu unternehmen, um seine Flugbahn zu ändern. In dem YouTube Video werden die verschiedenen Überlegungen durchgespielt. Dabei wird klar, es gibt noch jede Menge Unwägbarkeiten.

Die wichtigste Maßnahme scheint zu sein, erstmal weitere Beobachtungskapazitäten aufzubauen, um Objekte, die uns potentiell gefährlich werden könnten, rechtzeitig zu identifizieren. Aktuell brauchen wir eine Vorlaufzeit von 10 bis 25 Jahren um auf einen möglichen Asteroideneinschlag zu reagieren. Im Moment ist das Thema also weniger auf der Ingenieursseite, sondern Inspiration für Science Fiction Geschichten.

Klar ist aber, es kann jederzeit passieren.

Nina 16.10.2026, 11:31

Die Frage ist auch, ob man sich nicht gerade dadurch in Gefahr begibt. Es kann ja auch was abbrechen und dann direkt auf die Erde zusteuern.

Reinhold 17.10.2026, 12:52

@Nina leider besteht die Gefahr der Auslöschung der Menschheit wenn ein entsprechend großer Asteroid einschlägt (wenn wir das nicht vorher selber schaffen 😉). Hast du dir das Video angeschaut? Da werden sehr detailliert alle Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen und Unwägbarkeiten durchdekliniert. Nach aktuellem Forschungsstand ist die erfolgversprechendste Methode, einen oder mehrere Satelliten hinzuschicken, die auf ihm landen oder einschlagen und ihm einen Schubs geben.

Auch bei dieser Methode gibt es Unwägbarkeiten.

  1. Die Vorlaufzeit für so eine Mission beträgt 10 bis 25 Jahre. Wir müssten den Asteroiden also früh genug entdecken.
  2. Eigentlich kann man Flugbahnen usw. ziemlich gut berechnen - aber - die Asteroiden sind leider nicht immer kugelrund und es ist nicht so einfach, einen Satelliten an eine bestimmte Stelle zu kriegen. Und die Zusammensetzungen und Masseverteilungen können auch noch mal für unerwartete Ergebnisse sorgen.

Aber was ist die Alternative? Auf den Einschlag warten und hoffen, dass es einen selber nicht erwischt?

Nina 23.10.2026, 12:02

Ich bin nicht im Forum, um mir externe Inhalte anzusehen, sondern erwarte mir, dass alle relevanten Fakten zusammengefasst werden.

Prinzipiell warten ... es ist halt extrem unwahrscheinlich, dass überhaupt ein Meteorit einschlägt. Und wie gesagt, rumprobieren kann erst recht die Katastrophe provozieren. Tschernobyl - da ist das Atomkraftwerk auch nicht beim normalen Betrieb in die Luft geflogen, sondern bei einer Katastrophenübung.

Reinhold 23.10.2026, 17:25 (bearbeitet)

@Nina nun denn. Dem menschlichen Geist ist es nicht gegeben, statistische Sachverhalte intuitiv zu verstehen. Das musste ich leidvoll in zwei Statistik-Semestern an der Fernuni in Hagen feststellen.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Lottogewinn (6er im Lotto) beträgt 1:140 Millionen. Es ist also sehr unwahrscheinlich. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die einen 6er im Lotto haben. Und Millionen spielen, weil sie darauf bauen, dass genau sie dieses Glück haben. Es ist wesentlich wahrscheinlicher, Krebs zu bekommen, wenn man raucht. Trotzdem glauben die RaucherInnen, dass ihnen das nicht passieren wird und jede und jeder kann auf Kettenraucher verweisen die bis ins hohe Alter gesund blieben.

Würdest du in ein Flugzeug steigen, bei dem eine Chance von 1 zu 10 besteht, dass es abstürzt?

Bei 1 zu 140 Millionen bleibt immer noch die Eins. Das heißt: es kann jederzeit passieren. Es kann jederzeit passieren, dass ein Asteroid auf der Erde einschlägt und das menschliche Leben auslöscht. Das ist schon einigemale passiert. Es ist eine reale Gefahr, auf die man sich vorbereiten sollte.

Natürlich steht es jedem frei zu meinen, dass es nicht passieren wird. So wie viele Raucher davon ausgehen, keinen Lungenkrebs zu bekommen. Bis es sie einmal erwischt.

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